Aus- und Weiterbildung während der Coronakrise

Wie sich die Pandemie auf das Berufsbildungszentrum und den Ausbildungsablauf auswirkt, stellen wir hier zusammen. Nutzen Sie bitte auch den direkten Draht zu Ihren Ansprechpartnern.

Bundesprogramm Ausbildungsprämie

Die Coronakrise soll nicht zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen werden. Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützt das BMBF daher ausbildende KMU. 

Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen,

  • wenn das Unternehmen in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder
  • der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. 

 

Die Antragstellung erfolgt über die Agentur für Arbeit.

2.000 Euro gibt es für jeden Ausbildungsplatz, wenn der Betrieb die Anzahl seiner Ausbildungsplätze im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren konstant hält. Baut er zusätzliche Plätze auf, erhält er 3.000 Euro pro neuen Lehrvertrag. Das Geld wird nach der Probezeit ausgezahlt.

Die Ausbildung muss zwischen dem 1. August 2020 und dem 15. Februar 2021 begonnen werden. Auf den Zeitpunkt des Abschlusses des Ausbildungsvertrags kommt es nicht an.

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ ermöglicht einefinanzielle Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in erheblichem Maße von der COVID-19-Pandemie betroffen sind. Ziel ist es, das Ausbildungsplatzangebotder betroffenen KMU zu stabilisieren. Dies sichert gleichzeitig die Perspektiven für junge Menschen am Ausbildungsmarkt.

1. Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus
 

  • Ausbildungsprämiein Höhe von 2.000 Euro je Ausbildungsvertrag, wenn
    • Betrieb in erheblichem Umfang von COVID-19-Krise betroffen (1 Monat Kurzarbeit oder 60 % Umsatzeinbruch im April/Mai 2020)
    • Ausbildungsniveau im Vergleich zu den Vorjahren nicht verringert
  • Auszahlung nach erfolgreicher Probezeit
  • Relevant ist ein Ausbildungsbeginn im Ausbildungsjahr 2020/2021 ab dem01.08.2020. Ausbildungsverträge können jetzt abgeschlossen werden – warten Sie nicht auf Inkrafttreten der Förderrichtlinie.

 

2. Ausbildungsprämie bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus

 

  • Ausbildungsprämie in Höhe von 3.000 Euro für jeden zusätzlichen Ausbildungsvertrag, wenn
    • Betrieb in erheblichem Umfang von COVID-19-Krise betroffen (1 Monat Kurzarbeit oder 60 % Umsatzeinbruch im April/Mai 2020)
    • Ausbildungsniveau gegenüber Vorjahren erhöht wird
  • Auszahlung nach erfolgreicher Probezeit
  • Relevant ist ein Ausbildungsbeginn im Ausbildungsjahr 2020/2021 ab dem 01.08.2020. Ausbildungsverträge können jetzt abgeschlossen werden – warten Sie nicht auf Inkrafttreten der Förderrichtlinie.
     

3. Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung
 

  • Übernahme von 75 % der Brutto-Ausbildungsvergütung, wenn
    • Ausbildungsaktivitäten fortgesetzt werden und
    • gesamter Betrieb mind. 50 % Arbeitsausfall hat
  • Förderung frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie – befristet auf Zeiten bis 31.12.2020
     

4. Förderung von Auftrags-und Verbundausbildung
 

  • Förderung möglich, wenn
    • Ausbildung im Betrieb wegen pandemiebedingter Auflagen behindert
    • Ausbildung in anderen KMU aus allen Wirtschaftsbereichen oder durch überbetriebliche Be-rufsbildungsstätten bzw. Ausbildungsdienstleister mind. 6 Monate fortgeführt wird
  • Details zur Förderung werden in der Allianz-für Aus-und Weiterbildung noch erörtert.
  • Förderung frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie – befristet auf Zeiten bis 30.06.2021  


5. Übernahmeprämie
 

  • Förderung Übernahmeprämie in Höhe von 3.000 Euro möglich je Auszubildendem, wenn
    • eine Auszubildende bzw. ein Auszubildender aus einem KMU, welches pandemiebedingt bis 31. Dezember 2020 insolvent gegangen ist, durch ein anderes KMU (aus allen Wirtschaftsbereichen) übernommen wird für die Dauer der restlichen Ausbildung.
  • Förderung frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie – befristet auf Zeiten bis 30.06.2021

Kleine und mittlere Unternehmen
 

  • mit bis zu 249 Beschäftigten,
  • die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder
  • in den bundes-und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits-und Sozialwesen durchführen.

Details zuVoraussetzungen für die einzelnen Fördermöglichkeiten sowie hinsichtlich der Kriterien für die besondere Betroffenheit von der COVID-19-Pandemie siehe oben.

 

Großunternehmen können nicht gefördert werden.

 

Neben diesen Förderungen ist die Inanspruchnahme anderer Programme des Bundes oder der Länder mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt nicht möglich. Sie entscheiden, welche Förderung Sie in Anspruch nehmen wollen!

Berufsschule 2020/2021

Die Bildungsbehörde hat ein Rahmenkonzept für das Schuljahr 2020/21 veröffentlicht. Wir haben die wichtigsten Punkte für ausbildende Betriebe zusammengefasst.

Informationen für Ausbildungsbetriebe

Hier haben wir die häufigsten Fragen und Antworten zur Berufsausbildung im Zusammenhang mit dem Coronavirus zusammengestellt. 

Claudia Claaßen

Telefon 0421 30500-315
Telefax 0421 30500-239
claassen.claudia@hwk-bremen.de

Grundsätzlich muss der Auszubildende in den Ausbildungsbetrieb kommen, wenn die Prüfung ausfällt. Denn eine Freistellung erfolgt nur für die Teilnahme an der Prüfung.

Sofern eine Berufsschule nicht von den zuständigen Gesundheitsbehörden geschlossen wird, besteht grundsätzlich Schulpflicht. Zum jetzigen Stand sind im Land Bremen sämtliche öffentliche und private Berufsschulen geschlossen.
 

Wird die Berufsschule geschlossen, muss der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern er nicht unter Quarantäne gestellt ist.
 

Die Bremer Schulaufsicht empfiehlt, dass Auszubildende mit ihren Ausbildern ins Gespräch gehen, um individuell abzustimmen, ob die schulischen Aufgaben im Betrieb oder häuslich erledigt werden können.

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Ausbildungszeit im Betrieb nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr im Ausbildungsbetrieb oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte.
Im Einzelfall kann der Ausbildungsbetrieb bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Erbringung der Ausbildungszeit und -leistung freizustellen oder Teile der Ausbildung (z. B. das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause zu erlauben.

Auszubildende können nicht pauschal in “Zwangsurlaub” geschickt werden. Urlaub muss der Auszubildende beantragen und er kann nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden.Sie können aber eine Vereinbarung mit dem Auszubildenden oder Ihrem Betriebsrat treffen. 

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:

 

  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen

Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.

 

Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da der Betrieb gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Werden die Auszubildenden mangelhaft oder gar nicht ausgebildet, besteht die Gefahr eines Schadensersatzanspruchs des Auszubildenden gegen den Ausbildungsbetrieb. 

Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen. Es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen.

 

Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Betriebes, ist eine Kündigung der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht.

 

Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen.

Nein, die Ausbildungszeit verlängert sich nicht. Dies ergibt sich aus § 21 Abs. 1 S. 1 BBiG.

Danach endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Erreichen des vertraglich vereinbarten Ausbildungsendes, auch wenn die Abschlussprüfung noch nicht abgelegt ist.

Gabriela Schierenbeck

Telefon 0421 30500-131
Telefax 0421 30500-239
schierenbeck.gabriela@hwk-bremen.de

Regina Falke

Telefon 0471 97249-15
Telefax 0471 97249-18
falke.regina@hwk-bremen.de

Informationen für Auszubildende

Hier haben wir die häufigsten Fragen und Antworten zur Berufsausbildung im Zusammenhang mit dem Coronavirus zusammengestellt. 

Claudia Claaßen

Telefon 0421 30500-315
Telefax 0421 30500-239
claassen.claudia@hwk-bremen.de

Grundsätzlich muss der Auszubildende in den Ausbildungsbetrieb kommen, wenn die Prüfung ausfällt. Denn eine Freistellung erfolgt nur für die Teilnahme an der Prüfung.

Der neue Prüfungstermin wird in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Ansteckungsgefahr neu festgelegt.

Sie werden rechtzeitig von der Handwerkskammer Bremen / den entsprechenden Kreishandwerkerschaften / Innungen zum neuen Prüfungstermin geladen. In der Ladung wird der konkrete Prüfungstermin und der Prüfungsort mitgeteilt.

Grundsätzlich sollten den Prüflingen keine Nachteile durch eine verschobene Prüfung entstehen. Der ausgefallene Termin wird selbstverständlich nicht als Prüfungsversuch gewertet.

Nein, die Ausbildungszeit verlängert sich nicht. Dies ergibt sich aus § 21 Abs. 1 S. 1 BBiG.

 

Danach endet das Berufsausbildungsverhältnis mit Erreichen des vertraglich vereinbarten Ausbildungsendes, auch wenn die Abschlussprüfung noch nicht abgelegt ist.

Sofern eine Berufsschule nicht von den zuständigen Gesundheitsbehörden geschlossen wird, besteht grundsätzlich Schulpflicht. Zum jetzigen Stand sind im Land Bremen sämtliche öffentliche und private Berufsschulen geschlossen.

 

Grundsätzlich gilt: 
Ist ein Auszubildender durch Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren Gründen verhindert, die Schule zu besuchen, so benachrichtigt der Auszubildende oder Betrieb unverzüglich die Schule und teilt den Grund für das Schulversäumnis mit. Ausbildende und Auszubildende sollten die Entscheidung über die Nichtteilnahme am Unterricht zur Vermeidung einer Corona-Infektion nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt treffen.

 

Wird die Berufsschule geschlossen, muss der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern er nicht unter Quarantäne gestellt ist.

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Ausbildungszeit im Betrieb nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr im Ausbildungsbetrieb oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte.

 

Im Einzelfall kann der Ausbildungsbetrieb bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Erbringung der Ausbildungszeit und -leistung freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause zu erlauben.

In Notfällen ist eine Anweisung zu Überstunden zulässig.

 

Notfall bedeutet, dass Ereignis ist nicht vorhersehbar und vermeidbar, nicht im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers und/oder hoher finanzieller Schaden droht.

 

 

Auszubildende können nicht pauschal in “Zwangsurlaub” geschickt werden. Urlaub muss der Auszubildende beantragen und er kann nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden.

 

Der Auszubildende selbst oder auch der Betriebsrat können eine Vereinbarung mit der Unternehmens-leitung treffen. Hier zählt der Einzelfall.

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:

 

  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen

Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.

 

Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da der Betrieb gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Werden die Auszubildenden mangelhaft oder gar nicht ausgebildet, besteht die Gefahr eines Schadensersatzanspruchs des Auszubildenden gegen den Ausbildungsbetrieb. 

Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen. Es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen.

 

Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Betriebes, ist eine Kündigung der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht.

 

Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen.

Gabriela Schierenbeck

Telefon 0421 30500-131
Telefax 0421 30500-239
schierenbeck.gabriela@hwk-bremen.de

Regina Falke

Telefon 0471 97249-15
Telefax 0471 97249-18
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