Gestartet: ZIM-Netzwerk für Projekte und Produkte zur Digitalisierung im Bremer Handwerk

Handwerkskammer Bremen erfolgreich: Bund fördert Bremer ZIM-Kooperationsnetzwerk „ARtisan“ (Entwicklung von arbeitsprozessintegrierten Augmented-Reality-Lösungen zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Handwerk) | Neue Handwerkprojekt GmbH leitet Netzwerk und initiiert
4.0-Entwicklungsvorhaben

Bremen, Berlin. Ob bei Kundenpräsentation und Projektplanung, bei Handwerksarbeit, Service oder
Buchhaltung sowie bei der Qualifizierung von Fachkräften und Auszubildenden – der Einsatz digitaler
Technologien wird zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor auch in Handwerksbetrieben.
Seit Langem bietet die Handwerkskammer Bremen (HWK) ihren Mitgliedern vielfältig Unterstützung für den digitalen Wandel an. Nun hat sie auf diesem Feld einen neuen Erfolg zu verzeichnen:
Auf ihr Engagement hin hat Bremen nun ein ZIM-Kooperationsnetzwerk bekommen. Es vernetzt Handwerks-betriebe mit Technologieanbietern sowie Forschungsinstitutionen und initiiert Projekte, um den Einsatz der Augmented Reality im Handwerk zu fördern.

Für unzählige Anwendungen im Handwerksbetrieb

Augmented Reality (AR) steht für erweiterte Realität. Mithilfe von Computern ergänzt sie die Wahrnehmung
der Realität um virtuelle Elemente etwa per Smartphone oder Virtual-Reality-Brille. Mithilfe dieser Technik können zum Beispiel die verschiedenen Möglichkeiten der Umsetzung von Handwerksarbeiten veran-schaulicht, Flächen vermessen oder Materialbedarfe im Vorfeld berechnet werden. Das sind nur einige Anwendungsfälle von vielen, die in dem neuen Kooperationsnetzwerk diskutiert und untersucht werden. Die Zusammenarbeit soll zu konkreten Entwicklungsprojekten im Bremer Handwerk führen und neue Produkte für die digitale Zukunft generieren.

Kooperationsnetzwerk hat Arbeit aufgenommen

Das neue Kooperationsnetzwerk nennt sich „ARtisan“ (Entwicklung von arbeitsprozessintegrierten
Augmented-Reality-Lösungen zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Handwerk).
Mit seinem Kick-off-Meeting hat es nun die Arbeit aufgenommen. Koordiniert und geleitet wird es von der 2017 gegründeten Handwerkprojekt GmbH (HWP), einer 100-prozentigen HWK-Tochter unter Leitung der HWK-Hauptgeschäftsführerin. VDI/VDE Innovation + Technik betreut ARtisan als Projektträger.

Förderung im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das Kooperationsnetzwerk im
„Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM). Als eines der erfolgreichsten Förderprogramme
Deutschlands unterstützt ZIM nachhaltig die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit
insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). ZIM-Ziel ist die Etablierung marktreifer
Produkte. ZIM-Netzwerke werden bis zu drei Jahre lang gefördert, bevor sie sich selbst tragen sollen.
Um den Technologietransfer zu erleichtern, finden sich in ZIM-Netzwerken sowohl Unternehmen
als auch Forschungsinstitute.
Bei ZIM-Kooperationsnetzwerken ist die Förderung von Netzwerkmanagementdienstleistungen und
den Entwicklungsprojekten eines Netzwerks vereint. Sie bestehen aus mindestens sechs KMU. Weitere
potenzielle Partner aus dem Handwerk, die AR-Lösungen für die Verbesserung ihrer Prozesse einsetzen möchten und Ideen für digitale Anwendungen oder Produkte haben und daher vielleicht auch auf der Suche nach Projektverbünden sind, können zusätzlich teilnehmen. Sie sind herzlich dazu aufgerufen, Kontakt mit der HWP oder der HWK aufzunehmen.

Auftakt mit sieben Kooperationspartnern

Zunächst mit sieben Kooperationspartnern hat das Netzwerk „ARtisan“ seine Arbeit aufgenommen:
Friedrich Schmidt Bedachungs GmbH, Schultze Holzbau GmbH, Siever + Knüppel Elektrotechnik,
BSB Bremer Software & Beratungs GmbH, GedonSoft GmbH sowie b.r.m. Technologie- und Management-beratung, und als wissenschaftlicher Partner ist das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH an der Universität Bremen beteiligt.

„Vielfältige Optionen auch für kleine Handwerksbetriebe“

„Mit unserem Engagement in diesem Netzwerk möchten wir unsere Mitglieder dabei unterstützen, die großen Chancen der Digitalisierung künftig noch besser für sich nutzen und zudem die Entwicklung
entsprechend eigener Bedarfe vorantreiben zu können. Wir freuen uns sehr über die Zusage aus Berlin, denn das Netzwerk ermöglicht es auch den Handwerksbetrieben, an den Entwicklungen besser teilzuhaben und sie selbst aktiv mit zu gestalten“, sagt Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführerin Martina Jungclaus.
„Wir sehen die große Aufgeschlossenheit des Handwerks im Land für die digitalen Medien sowie den Bedarf an innovativen Anwendungen und möchten mit dem Netzwerk nun eine Plattform bieten, die vielfältigen Ideen aus allen Gewerken mit wenig Risiko und kompetenten Partnern an der Seite realisieren zu können“, sagt Jungclaus. Impulse geben, zudem welche erhalten und vor allem weiterentwickeln – das sei das zentrale Anliegen des ARtisan-Netzwerkes. „So können wir auch langfristig die hohe Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks in Bremen sichern und weiter ausbauen.“

14.06.2018