Weiterbildung wird im Handwerk groß geschrieben

Ausbildung in Teilzeit im Handwerk: So meistern auch Azubis mit Familie Ihre Lehrzeit

„Fast 60 Prozent der Beschäftigten haben in den letzten 24 Monaten an einer Weiterbildung teilgenommen. Davon entfiel jedoch beinahe die Hälfte (46 Prozent) auf kurze Unterweisungen am Arbeitsplatz und maximal eintägige Weiterbildungen. Diese Formen zielen stark auf die Aufgaben-Erledigung und Produktivität am Arbeitsplatz ab und weniger auf die berufliche Weiterentwicklung.“ So steht es in der aktuellen Information „Koordinaten der Arbeit“ der Arbeitnehmerkammer.

Im Bremer Handwerk sieht dies anders aus: „Dort legten Handwerker im vergangenen Jahr insgesamt 948 Meisterprüfungen ab, bildeten sich 24 mal zum Betriebswirt des Handwerks weiter und erlangten 69 mal die Eignung zum Ausbilder“, sagt Basem Khan, Vorstand der Handwerkskammer Bremen.
„Darüber hinaus qualifizierten sich 90 Kfz-Mechatroniker zu KFZ-Servicetechnikern und 24 Handwerker haben sich zum Servicetechniker für Windenergie qualifiziert“, fügt er hinzu. „Auf diese Zahlen sind wir sehr stolz“, freut sich Basem Khan, „sie zeigen deutlich die Fortbildungsbereichtschaft der Handwerker und wie sie sich engagieren, damit sie sich beruflich weiter entwickeln."

Auch in puncto Vereinbarkeit von Familie und Beruf meldete sich die Arbeitnehmerkammer zu Wort. Demnach möchte offenbar fast die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten in Bremen Stunden reduzieren – selbst wenn sich dies auf den Verdienst auswirkt. „Das Bedürfnis, Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren, nimmt zu. Die betrieblichen Möglichkeiten müssen deshalb verbessert werden, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben“, fordert deshalb Arbeitnehmerkammer-Hauptgeschäftsführer Ingo Schierenbeck.

„Wir erleben eine Phase des extremen Fachkräftemangels. Viele Betriebe finden keine Auszubildenden und können ausscheidende Mitarbeiter nicht ersetzen. Kunden müssen heute schon vergleichsweise lange auf Handwerker warten – dadurch sinkt die Wertschöpfung in den Betrieben. Die betrieblichen Möglichkeiten zu verbessern, lässt sich darum leichter fordern als umsetzen“, kontert Basem Khan. „In Bremen waren zum Beginn des vergangenen Lehrjahres 23 Prozent der ausgeschriebenen Lehrstellen unbesetzt. Etwa 200 Handwerksbetriebe suchen in den nächsten Jahren altersbedingt einen Nachfolger. Wenn sie keinen Nachfolger finden, gehen möglicherweise die Arbeitsplätze der Mitarbeiter verloren. Das kann niemand wollen.“

„Was Bremen dringend braucht, ist eine bessere Berufsoroientierung und ein Umdenken bei Lehrern, Eltern und Jugendlichen, dass nicht nur ein Studium ein erfolgreiches Berufsleben ermöglicht. Handwerker werden künftig quasi nie arbeitslos“, sagt Khan und weist darauf hin, dass immer mehr Betriebe eine Ausbildung in Teilzeit anbieten, damit beispielsweise auch junge Menschen mit Kindern oder Pflege bedürftigen Angehörigen eine Ausbildung im Handwerk abslvieren können.

Wer sich hierüber informieren möchte, wendet sich am besten an die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer Bremen.

29.08.2019

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