Senat, Kammern, Verbände und Arbeitsagentur unterstützen Bremer Unternehmen

Für die meisten Handwerker geht die Arbeit trotz der Corona-Epidemie weiter.
Die Handwerkskammer bittet alle Bürger um besondere Rücksichtnahme
.

Die hohe Dynamik beim Umgang mit dem Coronavirus stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Die beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung sind unvermeidbar. Die Gesundheit der Menschen hat zurzeit die höchste Priorität!

Die Situation stellt alle Unternehmen vor große Herausforderungen. Insbesondere für die kleinen Unternehmen ohne große Kapitaldecke bedeutet das teilweise existenzielle Probleme schon nach kurzer Zeit.

Konkret können Unternehmen folgende Hilfen in Anspruch nehmen:

17.03.2020

Corona-Hotline

Telefon 0421 30500-0

Kurzarbeitergeld

Kurzarbeit bedeutet, dass für einen Teil der Beschäftigten oder alle Beschäftigten in einem Betrieb vorübergehend nicht mehr genug Arbeit da ist und sie ihre Arbeit vorübergehend verringern oder ganz einstellen müssen.
Um eine Kündigung zu vermeiden, kann dann Kurzarbeitergeld beantragt werden. Das Geld entspricht ungefähr dem Arbeitslosengeld - wird aber vom Betrieb gezahlt, der das von der Arbeitsagentur erstattet bekommt. Damit wird schlechte Auftragslage überbrückt.

Wirkung

Arbeitnehmer_innen behalten ihre Jobs und Arbeitgeber werden von Lohnkosten entlastet. Unternehmen behalten auch in der Flaute ihr eingearbeitetes Personal.

Bedingung zum Erhalt

Es gibt ein paar Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Kurzarbeit können Unternehmen beantragen, die aufgrund unverschuldeter wirtschaftlicher Ursachen wie

  1. Lieferengpässen bei benötigten Produktionsteilen
  2. oder anderer nicht beeinflussbarer (unabwendbarer) Ereignisse
  • kurzfristig in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten,
  • ihre Beschäftigten dadurch nicht mehr voll auslasten können,
  • und bei denen mindestens 10 % der im Betrieb Beschäftigten mindestens 10 % ihres Lohns einbüßen.


Mit den neuen Vorschriften durch das Eilgesetz der Bundesregierung können noch mehr Betriebe Kurzarbeit nutzen. Bisher musste mindestens ein Drittel der im Betrieb Beschäftigten von einem Arbeits- und Lohnausfall betroffen sein. Künftig reichen 10 %. Hinzu kommt, dass nun auch die Sozialversicherungsbeiträge voll erstattet werden. Denn auch in Kurzarbeit sind Beschäftigte weiter in den Sozialversicherungen gemeldet. Bisher mussten die Arbeitgeber diese Beiträge selbst übernehmen.

Voraussetzung zum Erhalt

Voraussetzung für Kurzarbeitergeld sind "wirtschaftliche Ursachen" und die sogenannten "unabwendbaren Ereignisse".

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Unternehmen nur im Notfall Kurzarbeitergeld beanspruchen können und nicht etwa bei normalen Betriebsrisiken.
Wirtschaftliche Ursachen meinen die Einflüsse, die nicht in der Verantwortung des Betriebes liegen.
Beim Coronavirus kann hiervon gesprochen werden, wenn beispielsweise Teile ausbleiben, nicht ersetzt werden können und Bänder stillstehen.

Unter "unabwendbare Ereignisse" fallen beispielsweise Hochwasser. Hierzu zählen auch die Anordnungen der Gesundheitsämter.

Kündigung

Kommt es aufgrund einer behördlichen Anordnung (im allgemeinen eine Allgemein-verfügung) zur einer Betriebsschließung, zieht dieses in der Regel eine Reihe von Rechtsfolgen nach sich.

Antrag Kurzarbeitergeld - die Stammnummer

Die Kug-Stammnummer wird von der zuständigen Agentur für Arbeit vergeben.
Sie finden die Stammnummer im Bewilligungsbescheid unter Mein Zeichen.

Das BMF und das BMWi haben zur Abfederung der Auswirkungen auf das Coronavirus erleichterte Zugangsvoraussetzungen geschaffen. Das Kurzarbeitergeld wird nun deutlich flexibler. Auch gibt es die Möglichkeit von Steuerstundungen, welche in Anspruch genommen werden können.


Weitere Informationen und Anträge zum Kurzarbeitergeld finden Sie hier:

Weitere Informationen und Anträge für steuerliche Hilfsangebote finden Sie hier:

Steuerliche Maßnahmen zur Entlastung

Das Finanzresort hat Steuerliche Maßnahmen, die zur Entlastung beitragen umgesetzt. Hierzu gehören:

  • Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer auf Antrag
  • Zinslose Stundung fälliger Steuerzahlungen
  • Erlass von Säumniszuschlägen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen

Hier erhalten Sie Kontaktdaten:

Finanzamt Bremen

Telefon 0421 361-90909 / 0421 361-95096
corona@fa-hb.bremen.de

Finanzamt Bremerhaven

Telefon 0471 596-99000
corona@finanzamtbremerhaven.bremen.de

Landeshauptkasse

corona@lhk.bremen.de

Task Force

Bei der BAB - die Förderbank für Bremen und Bremerhaven wurde eine Task Force eingerichtet. Diese besteht aus einem Expertenteam, das individuelle Lösungsvorschläge für akut betroffene Unternehmen und Arbeitnehmer_innen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten entwickelt.

Die BAB kann jetzt in vielen Fällen auch helfen, wenn sich die Hausbank nicht engagiert. Einige Angebote wurden auch für Freiberufler im Haupterwerb geöffnet.

Hier gelangen Sie zur Internetseite:

Um den Unternehmen und Selbstständigen aktuelle Informationen zur Verfügung zu stellen, wird ab dem 18.03.2020 ein News Ticker eingerichtet.

Bürgschaftsbank Bremen

Bürgschaftsbanken erweitern bundesweit Unterstützung von KMU (kleine und mittlere Unternehmen).

Die Bundesregierung hat am 13.03.3020 verschiedene Maßnahmen zur wirtschaftlichen Bewältigung der sogenannten „Corona-Krise“ beschlossen und mit den Ländern abge-stimmt. Hierbei spielen die Bürgschaftsbanken eine zentrale Rolle.

Bereits in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 haben die deutschen Bürgschafts-banken schnell und unbürokratisch gemeinsam mit ihren Partnern kleinere und mittlere Unternehmen erfolgreich unterstützt und damit auch in einem schwierigen Umfeld Zugang zu Kreditfinanzierungen ermöglicht.

Sofern infolge der Corona-Krise zur Überbrückung Kredite notwendig werden, kann die Bürgschaftsbank Bremen diese in Verbindung mit einer Hausbankfinanzierung besichern. Dies setzt allerdings voraus, dass die Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle vor Aus-bruch der Krise wirtschaftlich tragfähig gewesen sind.

Als Ad-hoc-Maßnahme hat die Bürgschaftsbank Bremen ihren Förderauftrag mit Unterstüt-zung des Bundes und des Landes Bremen ausgeweitet und

  • die Bürgschaftsobergrenze pro Engagement auf Euro 2,5 Mio. angehoben sowie
  • ein Genehmigungsverfahren eingerichtet, wonach über Bürgschaftsanträge bis Euro 250.000,00 innerhalb weniger Tage entschieden wird.

Die Maßnahmen unterstützen branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittle-ren Unternehmen (KMU) sowie die Freien Berufe.

Eine kostenlose Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben kann online über das Finanzie-rungsportal der Bürgschaftsbanken gestellt werden. Genauso kann eine Kontakt-aufnahme durch die Hausbank sowie Berater erfolgen.

Hier gelangen Sie zur Internetseite:

KfW-Programm / Schnellkreditprogramm

Das Schnellkreditprogramm richtet sich an Unternehmen mit mehr als zehn und bis maximal 50 Beschäftigte, die bis zu drei Monatsumsätze aber höchstens 500.000 Euro als Darlehen beantragen können. Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten können maximal 800.000 Euro Darlehensmittel beantragen.
Um eine aufwendige Kreditprüfung bei den Hausbanken umgehen zu können, die
sich bisher als Flaschenhals erwiesen hat, wird der Schnellkredit mit einer 100prozentigen Haftungsfreistellung versehen. Auch auf eine Hereinnahme von Sicherheiten können die Hausbanken verzichten.

Die Hausbanken müssen keine Bewertung über die weitere Entwicklung des antragstellenden Unternehmens vornehmen, sondern lediglich die Einhaltung vergangenheitsbezogener Kriterien überprüfen, mit denen Betriebe ihre Antrags-berechtigung nachweisen.

So müssen Betriebe mindestens seit 01.01.2019 am Markt tätig sein und Umsätze gene-riert haben. Sie müssen ferner bescheinigen, über geordnete wirtschaftliche Verhältnisse zu verfügen, und sie dürfen zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ge-wesen sein.

Dieses Mehr an Schnelligkeit gegenüber dem bisherigen KfW-Corona-Förderinstrumen-tarium macht sich in einem höheren Zinssatz bemerkbar (3 % p.a.). Allerdings ist der Schnellkredit auch auf eine längere Laufzeit (10 Jahre bei 2 tilgungsfreien Anlaufjahren) angelegt. Außerdem soll die Möglichkeit bestehen, noch während der Darlehenslaufzeit des Schnellkredites diesen dann in einen KfW-Kredit mit niedrigeren Zinssätzen (z.B. KfW-Unternehmerkredit) umzuwandeln, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Umgedreht ist dies nicht möglich. Wer aktuell also schon ein KfW-Darlehen mit 90% Haftungsfreistellung in Anspruch genommen hat, kann diesen nicht in einen Kredit mit 100% Haftungsfreistellung umwandeln.

Zusätzlich wurden auch Verbesserungen in den bestehenden Kredit-Programmen für Be-triebe mit bis zu 10 Mitarbeitern angekündigt. So sollen auch diese Programme mit einer verlängerten Laufzeit (10 Jahre) ausgestattet werden. Auf die Erstellung einer Fortfüh-rungsprognose sollen die Hausbanken künftig verzichten können. Und zusätzlich werden Regelungen angestrebt, durch die Hausbanken in die Lage versetzt werden, weniger Si-cherheiten in die Bücher nehmen zu müssen.

kostenfreier Bonitätsnachweis

Damit Unternehmen in der Corona-Krise an die von der Bundesregierung beschlossenen und von der staatlichen Förderbank KfW bereitgestellten Fördermittel kommen, müssen sie einen Antrag über ihre Hausbank stellen.
Eine Voraussetzung für die Bewilligung der Darlehen ist, dass das Unternehmen vor der Corona-Krise wirtschaftlich gesund war und jetzt nur wegen der Auswirkungen der Pandemie Kreditbedarf hat. Gleiches gilt für die von der Bundesregierung jüngst beschlossenen Schnellkredite.

Die Hausbanken müssen trotz der Ausnahmesituation vorschriftsmäßig prüfen, wie sich die individuelle Lage des Unternehmens derzeit darstellt und wie sie bis zum 31. Dezember 2019 war.

Creditreform bietet den Unternehmen kostenlos eine spezielle Auskunft an, mit der sie schnell und unkompliziert ihrem Kreditinstitut darlegen können, dass sie bis zu dem entscheidenden Stichtag 31. Dezember 2019 kreditwürdig waren. Dann nämlich besteht die Vermutung, dass ihr Kreditbedarf erst durch die Corona-Krise entstanden ist.

Unternehmen können die Auskunft ganz einfach und kostenfrei über www.creditreform.de bestellen. Innerhalb eines Tages wird die Auskunft verschickt
und kann den Antragsunterlagen beigelegt werden.

Hier gelangen Sie zur Internetseite: