Gemeinsame Pressemitteilung der Handelskammer Bremen und der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven
Sprungbrett ins Handwerk mit Sprachbegleitung
Pilotprojekt Handwerkliche Basisqualifikation Plus (HBQ+) gestartet
Das Handwerk hat nach wie vor einen hohen Personalbedarf. Neben den fast überall stark gesuchten Fachkräften bietet es auch Menschen eine mögliche Perspektive, die sich trotz geringer Berufserfahrung und sprachlicher Hürden eine Zukunft im Handwerk erarbeiten möchten. An sie richtet sich das von der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven und dem Kompetenzzentrum Handwerk gGmbH der Handwerkskammer Bremen entwickelte Pilotprojekt HBQ+ (Handwerkliche Basisqualifikation Plus).
In der ersten Woche des Lehrgangs, der am 2. Februar im Kompetenzzentrum Handwerk gGmbH gestartet ist, bekommen die Teilnehmenden zunächst eine Orientierung über die Gewerke des Metallbaus, des Hoch- und Tiefbaus, des Maler- sowie des Tischlerhandwerks und üben in den folgenden sechs Wochen typische Tätigkeiten aus einem dieser Gewerke aus. Dabei bekommen sie, falls erforderlich, eine Sprachbegleitung.
HBQ+ richtet sich an Personen, die im Handwerk eine berufliche Perspektive für sich erkennen und trotz nicht perfekter Deutschkenntnisse erste Schritte in diese Richtung gehen möchten. Aufgrund der Sprachbegleitung während des Lehrgangs können sie sich in erster Linie auf die fachlichen Inhalte konzentrieren. Ganz ohne Deutschkenntnisse geht es allerdings nicht, Voraussetzung für die Teilnahme sind Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2.
Neben der Sprachbegleitung bekommen die Teilnehmenden bei Bedarf auch Beratungen zu den Themen Bewerbung und Weiterbildung.
Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, erläutert den Anlass für die Entwicklung des Pilotprojekts HBQ+ und dessen Ziel: „Arbeit im Handwerk hat Zukunft. Mit der Qualifizierungsmaßnahme Handwerkliche Basisqualifikation Plus (HBQ+) haben wir einen niedrigschwelligen Zugang zu Handwerkstätigkeiten für Arbeitslose ohne Vorkenntnisse geschaffen und kombinieren diesen mit einer Sprachbegleitung. Die Maßnahme verfolgt dabei zwei Ziele: Die Teilnehmerinnen können sich im Handwerk orientieren und nach der Teilnahme mit der Basisqualifikation schon in Arbeit einmünden und zugleich legt sie den Grundstein für weitere Qualifizierungsschritte bis hin zur Fachkraft. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Handwerkskammer Bremen diesen innovativen Ansatz inhaltlich umsetzen können. Er verbessert die Arbeitsmarktchancen der vielen Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung.“
Alexander Gündermann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen und Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Handwerk gGmbH ergänzt: „Auf die Handwerksbetriebe kommen in den nächsten Jahren und voraussichtlich Jahrzehnten viele zentrale Aufgaben zu, zum Beispiel beim Wohnungsbau und bei der energetischen Sanierung von Gebäuden. Dafür benötigen sie außer den häufig zitierten, top ausgebildeten Fachleuten auch Menschen, die anpacken wollen und sich über eine einfache Beschäftigung oder eine anschließende Qualifikation eine langfristige Berufsperspektive erarbeiten möchten. Anfängliche sprachliche Hürden dürfen sie nach unserer Überzeugung nicht daran hindern, sich auf ihren Weg zu machen. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Agentur für Arbeit das Pilotprojekt HBQ+ ins Leben gerufen.“
Fünf weitere Lehrgänge für 2026 geplant
Nach dem Start des ersten Lehrgangs Anfang Februar sind weitere Durchgänge ab März, Mai, August, September und November geplant. Die Kosten können bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen über die Agentur für Arbeit, das Jobcenter sowie weitere Träger finanziert werden.
Die Handwerkliche Basisqualifikation Plus (HBQ+) ist ein Pilotprojekt in Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der inlingua Sprachschule Bremen. Der Sprachanteil wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert.
13.01.2026
Oliver Brandt Pressesprecher Telefon 0421 30500-307 brandt.oliver@hwk-bremen.de