Konjunkturbarometer steht auf „Aprilwetter“

Die aktuelle Umfrage der Handwerkskammer Bremen zeigt: Insgesamt ist die Geschäftslage der Betriebe in Bremen und Bremerhaven weiterhin gut. Die Aussichten sind jedoch unklar und schwanken je nach Gewerk stark. Und der Fachkräftemangel verstetigt sich immer mehr.

Der Geschäftsklimaindex im Land Bremen erhält nach Corona einen erneuten Dämpfer. Der abgelaufene Berichtszeitraum hat sich zwar positiv entwickelt, aber nicht so positiv wie noch im Frühjahr 2022 angenommen. Als Erklärung sind die deutlich gestiegenen Energiepreise und die weiterhin bestehenden Lieferengpässe an erster Stelle zu nennen.

Die Erwartungen sind insgesamt positiv, 89,9% (Frühjahr 2022: 84,8 %) der teilnehmenden Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage grundsätzlich zufrieden, zukünftig erwarten noch 86,4 % der befragten Betriebe eine gleichbleibende oder verbesserte Geschäftslage.

Die Baugewerke haben zu 90% eine konstante oder bessere Geschäftslage, die Ausbaugewerke sogar 100% positiv. Deutlich negativer bewerten die Betriebe aus den Nahrungsmittelgewerken die Geschäftslage (50 % konstant oder positiv, 50 % rückläufig). Aufgrund der steigenden Energiekosten sind für diese Gewerke die Einstandskosten überproportional gestiegen, die Preissteigerungen lassen sich aber nicht an die Endverbraucher eins zu eins weitergeben. Auch bei den Gesundheitsgewerken überwiegt die Skepsis, während leichter Optimismus bei den KFZ-Gewerken, den Gewerken des gewerblichen Bedarfs und den personenbezogenen Dienstleistungen Einzug hält, nachdem diese Bereiche in den zwei Corona-Jahren sich eher negativ entwickelt hatten.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die steigenden Energiepreise, Lieferkettenstörungen und Materialpreisschwankungen immer mehr Betriebe in ihrer täglichen Arbeit beeinflussen. Aufträge, Preise und Materialbedarfe lassen sich immer schwerer planen, zudem werden Aufträge storniert oder verschoben, die hohe Inflation macht es den gewerblichen und privaten Kunden immer schwerer, die Aufträge auch umzusetzen.

13.10.2022

Oliver Brandt
Pressesprecher

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